Zofinger Tagblatt
Auf dem Weg zum Filmstar
Schöftland Nico Jaroszewski spielte bei «Die Schwarzen Brüder»
Seit Nico Jaroszewski im Musical «Die Schwarzen Brüder» die Rolle des Antonio gespielt hat, träumt er von einer Karriere als Filmstar. «Einmal ein Harry Potter sein, das wärs ...»
JÖRG LÜSCHER
Angefangen hat alles in Schöftland. Dort wohnt die Gesangspädagogin Marianne Hofer. Sie wurde im Herbst 06 von Irene Fleischlin, der Produzentin des Musicals «Die Schwarzen Brüder», kontaktiert. Grund: Man suchte Schauspielerinnen und Schauspieler – gefragt waren vor allem Buben im Alter zwischen 10 und 14 Jahren, vorzugsweise mit Gesangsqualitäten. Bei Marianne Hofer, die Menschen jeden Alters in Gesang ausbildet, machte es sofort Klick. Sie dachte spontan an Nico, den Sohn ihres Lebenspartners Stefan Jaroszewski. Ein aufgeweckter Junge mit schauspielerischen Ambitionen und musikalischen Talenten. Einer, der für dieses Musical wie gemacht ist. Das erste Casting bestätigte: Diese Einschätzung war richtig. Nico kam in die engere Auswahl und erhielt die Hauptnebenrolle des Antonio.
Proben statt Schule
Was folgte, waren unzählige Proben. Die schulfreien Mittwochnachmittage gingen fürs Erste drauf. Hinzu kamen die Vorstellungen in Schaffhausen. Nicht zu vergessen der intensive Gesangsunterricht in Schöftland. Das alles forderte den Jungschauspieler aus dem zürcherischen Bauma ebenso wie sein familiäres Umfeld, das für den logistischen Bereich zuständig war. Klar, dass Nicos schulische Leistung unter all dem nicht leiden durfte. Was er im Unterricht verpasste, musste ebenfalls in der Freizeit nachgebüffelt werden.
Insgesamt 20 Mal stand Nico Jaroszewski zwischen dem 31. März und dem 13. Mai als Antonio auf der Bühne der ehemaligen Stahlgiesserei Schaffhausen. Meist vor ausverkauftem Haus. Und: neben dem aus «Lüthy & Blanc» bekannten Profischauspieler Gilles Tschudi. Ganz schön happig für einen 12-jährigen Bub vom Land. Da droht bestimmt die Gefahr eines grausigen Lampenfiebers? «Kein Problem», winkt Nico ab, «wenn ich vor der Schulklasse Gitarre spielen muss, bin ich nervöser.» Die Auftritte vor über 1000 Menschen seien bereits so anonym gewesen, dass man den einzelnen Gast nicht mehr wahrgenommen habe. Höchstens beim Applaus. Da wurde auf die verschiedensten Arten geklatscht, mal rhythmisch, mal affig, mal voll daneben oder dann nur im Ansatz. Witzig sei das gewesen, erinnert sich «Klein Antonio». Nein, auf der Bühne habe er sich mit jeder Vorstellung wohler gefühlt. Ausserdem seien er und die anderen Jungs vom gesamten Musical-Team sehr gut unterstützt worden und die Profischauspieler hätten mit guten Ratschlägen nie gegeizt.
Der Traum von Harry Potter
Ein Tipp, den sich Nico besonders zu Herzen genommen hat, stammt von Regisseur Mirco Vogelsang: «Mach weiter!», soll der gesagt haben. Damit dürfte die Schauspielkarriere definitiv lanciert worden sein, zumal Nicos Familie dieses Berufsziel so weit als möglich unterstützt. Vater Stefan lässt seinen Sohn am Schauspielhaus Zürich Kurse besuchen und bei Marianne Hofer wird weiter fleissig Stimmunterricht genommen. Der Traum, beim Film einmal eine Rolle wie Harry Potter zu erhalten, hat für Nico erst begonnen.

